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Ortsteil Fürstenwerder


Ortsvorsteher:

Telefon: 039859 / 232
Mobil: 0171 / 9894607

Werner Toews

Fürstenwerder
Karl-Marx-Straße 23
17291 Nordwestuckermark


Im, in der Eiszeit entstandenen uckermärkischen Kuppen- und Hügelland liegend, war und ist Fürstenwerder wegen natürlicher Bedingungen schon immer ein Anziehungspunkt für Urlauber und Erholungssuchende. Mit dem Dammsee im Norden, dem Wahrensee im Westen und dem Großen Parmensee im Süden gehört Fürstenwerder zum Landschaftsschutzgebiet „Norduckermärkische Seenlandschaft". Aber auch größere Waldflächen, die sich überwiegend in den Naturschutzgebieten „Kiecker" und „Damerower Wald"" befinden, sind vorhanden.

Die Seen mit ihren Halbinseln und zahlreichen Inseln weisen imposant zerklüftete Uferzonen auf, die in ihrer Urwüchsigkeit erhalten geblieben sind. Sie bieten Lebensraum

für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. Diese natürliche Idylle lässt sich am Strand, beim Angeln, Surfen oder einer Bootspartie ausgiebig genießen. Auf ausgeschilderten Rad- und Wanderwegen durch Wald und Flur kann die heimische Flora und Fauna erkundet werden.

Seit nunmehr über 30 Jahren nutzen auch viele Ortsfremde diese Gegebenheiten und erwarben in einer der drei Erholungssiedlungen ein Grundstück, um hier ihre Wochenenden oder den Urlaub zu verbringen. Dadurch entstanden hier im Laufe der Jahre ca. 150 Wochenendgrundstücke.

Fürstenwerder, Grenzort zu Mecklenburg-Vorpommern, ist gekennzeichnet durch seine reizvolle Lage und liegt eingebettet zwischen dem Wahrensee und dem Dammsee. Wilhelmshayn, Bülowssiege, Fiebigershof und Schulzenhof sind die zum Ortsteil gehörigen Gemeindeteile. Sie alle entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts als Vorwerke bzw. Gutsetablissements des Gutes Wolfshagen, dessen Besitzer die Familie von Schwerin war.

Fürstenwerder, einst Vorstenwerder (1375 - Vorderstes Werder) wurde 1311 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich zu einem nicht unbedeutenden Städtchen. Wegen seiner Grenzlage wurde der Ort befestigt und erhielt eine ca. 1.200 Meter lange Stadtmauer mit zahlreichen Wiekhäusern und drei Stadttoren, von denen noch zwei (Woldegker Tor und Berliner Tor) erhalten sind. Das Prenzlauer Tor musste, auch aufgrund seiner Baufälligkeit, 1878 dem Chausseebau von Prenzlau in Richtung Woldegk weichen. Fürstenwerder ist der erste Ort in Brandenburg, den Besucher aus Richtung Woldegk von Mecklenburg aus erblicken. Tor und Mauer fallen jedem sofort auf und wecken die Lust auf weitere Entdeckungen. Unter diesem Aspekt erfolgte in den Jahren 1996-2000 die komplette Sanierung der Stadtmauer.

Einer zeitgemäßen Entwicklung Rechnung tragend hat sich der Ort in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt, denn Bürger und Gäste sollen sich hier wohl fühlen.

Viele Ortsstraßen, Gehwege und die dazugehörige Straßenbeleuchtung wurden erneuert, ein Findlingsgarten angelegt, der Rundweg „Geschichtsspaziergang durch Fürstenwerder" neu gestaltet und 2004 die Komplettsanierung der Heimatstube abgeschlossen.

Die individuelle Freizeitgestaltung kann auf  vielfältige Weise erfolgen. So bietet der Rundweg „Geschichtsspaziergang" auf zirka zwei Kilometer Länge viele Informationen zu historischen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten. In zentraler Lage empfängt die seit 30 Jahren bestehende Heimatstube ihre Besucher. Hier werden die historischen Traditionen Fürstenwerders sichtbar gemacht. Die Stuben erfassen, sammeln, bewahren, dokumentieren und präsentieren Kulturgut. Überdies können sie von Bürgern und Gästen zur Forschung und Bildung genutzt werden. Das Ausstellungsprofil orientiert sich größtenteils am dorftypischen Handwerk.

Im Ortskern ist die Feldsteinkirche als einschiffiger Rechteckbau mit querrechteckigem Westturm aus dem 13. Jahrhundert auf einer Anhöhe errichtet. Auf der Nordseite des Gebäudes sind eine Sakristei, auf der Südseite eine Vorhalle angebaut worden. Zusammen mit der den Ortskern umschließenden Stadtmauer bildet sie ein Feldsteinensemble, das Wahrzeichen des Ortes. Dem 1740 wütenden Stadtbrand fiel auch die Kirche zum Opfer, deren Wiederaufbau bis 1785 dauerte. Seit der Gründung des Fördervereins „Baudenkmal Kirche in Fürstenwerder e.V." 1994 hat dieser sich unermüdlich für den Erhalt und die Sanierung der Kirche eingesetzt. So konnte neben der Realisierung vieler Baumaßnahmen auch die 1877 von dem Stettiner Orgelbaumeister Grüneberg gebaute und fast im Originalzustand erhaltene Orgel saniert werden.

Fürstenwerder war Wohn- und Arbeitsort von Handwerkern und Ackerbürgern, die dem Städtchen zu einem gewissen Reichtum verhalfen. Seine bürgerliche Selbständigkeit konnte es sich jedoch nicht lange erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte, mit den Grenz- und Besitzstreitigkeiten rivalisierender Adelsgeschlechter, Kriegen, Seuchen und Bränden, verlor das Städtchen an politischer Wichtigkeit und Selbständigkeit und damit im Jahre 1817 das Stadtrecht. Der städtische Charakter des Ortes ist jedoch bis heute erhalten geblieben. Die progressive Entwicklung setzte dann 1857 mit der Konzession zur Errichtung eines Töpferbrennofens ein. Es erfolgten der Chausseebau Prenzlau-Fürstenwerder-Woldegk, die Errichtung der Straßenbeleuchtung, die Gründung der Dampfziegelei, der Feuerwehr, der Bau der Molkerei, die Errichtung Land- und forstwirtschaftlicher Betriebe u. a. m. In diesem Zusammenhang war es eine Besonderheit für einen Ort dieser Größe, dass Fürstenwerder zeitweilig über zwei Zielbahnhöfe, völlig voneinander unabhängige, verfügte. Die wirtschaftlichen Zustände führten letztendlich 1945 zur Demontage der Bahnstrecke Fürstenwerder-Templin. Die Kreisbahnstrecke wurde 1978 demontiert.

Erhalten geblieben sind noch beide Bahnhofsgebäude. In einem von ihnen ist heute die Gaststätte „Alter Bahnhof" zu finden, in der noch vieles auf die Zeiten des Bahnbetriebes hinweist.

Die Wirtschaft Fürstenwerders war und ist auch heute noch von der Landwirtschaft und zahlreichen kleineren Handwerks- und Gewerbebetrieben in unterschiedlichen Gewerken geprägt. Es gibt aber auch mehrere Läden, in denen alle Waren des täglichen Bedarfs zu erhalten sind und private Dienstleistungen in Anspruch genommen werden können.

So sollte jeder, der mehr über das Dachdecker- und Ziegler-, das Schuhmacher-, das Tischler- oder Fischereihandwerk vergangener Zeiten erfahren möchte, hier Einkehr halten. In der Backstube auf dem Hof wird in dem neuen großen Holzbackofen schmackhaftes Land- und Steinofenbrot zu bestimmten Anlässen gebacken und angeboten. Kunstinteressierten steht die Landschafts- und Porträtgalerie des im Ort lebenden Malers Andreas Kranzpiller offen, dessen Werke auch käuflich erworben werden können.

Abwechslungsreiche Touren lassen sich zu Wasser oder Land unternehmen, das hierzu erforderliche Boot oder Fahrrad bietet der Ruderboot- und Fahrradverleih an. Jährlich veranstalten die verschiedenen Vereine eine ganze Reihe kultureller Höhepunkte. Tradition haben bereits das Stadtmauerfest, Sportfest, Karneval, Weihnachtsmarkt, Kirchenkonzerte, Sommerfest, die Saisoneröffnung der Heimatstuben u.v.m.

Freizeit und Urlaub auf dem Lande zu verbringen und dabei die Natur hautnah und bewusst zu erleben, hat sich inzwischen zu einem wichtigen Reisemotiv entwickelt. In Fürstenwerder bieten die Pensionen, Ferienwohnungen und Privatquartiere mit ihren geschmackvoll eingerichteten Zimmern die besten Voraussetzungen hierfür. Bereits mehrfach wurde Fürstenwerder mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, so z. B. 1999 mit dem Kommunalen Kulturpreis. In dem Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft" wurde 1999/2000 der 1. und 2002/2003 der 3. Platz belegt.

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