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Ortsteil Gollmitz


Ortsvorsteher:

Telefon: 039852 / 3286
Mobil: 0172 / 6786718

Hartmut Schulz

Gollmitz
Schulstraße 7
17291 Nordwestuckermark


Verlässt man kurz hinter Prenzlau die B 109 in Richtung Boitzenburg, fährt man unweigerlich durch den Ort Gollmitz, welcher 1996 sein 700-jähriges Bestehen feiern konnte. Jahrhundertalte Gebäude, wie die Wehrkirche, das Laubenhaus und die Wassermühle, die einiges über die wechselvolle Geschichte des Ortes und seiner Bewohner erzählen könnten, neue schmucke Eigenheime und Einrichtungen landwirtschaftlicher Betriebe prägen das Dorfbild. Noch gut zu erkennen ist die Anlage des Ortes als erweitertes Straßenangerdorf mit einem Gut.

Zu dem 1071 Einwohner zählenden Ortsteil gehören weiterhin die Orte Beenz, Klein und Groß Sperrenwalde, Kröchlendorff, Horst und Ferdinandshof.

Nach 1990 haben sich sieben Unternehmen unterschiedlicher Art, welche Landwirtschaft bzw. Gartenbau als Haupterwerb betreiben, herausgebildet.

Die Niederlassung von Handwerkern und anderer produktiver Gewerke, Friseur, Verkaufsstelle, Arztpraxis und einer Tierarztpraxis bilden ein weiteres wirtschaftliches Standbein. Bedeutungsvoll ist ebenso, dass sich in Gollmitz eine der beiden, in der Gemeinde Nordwestuckermark bestehenden, kleinen Grundschulen befindet.

Eine wechselvolle und deshalb besonders reizvolle Landschaft lädt zur Erkundung ein. Über ausgeweitete Wiesensolen mit flach geneigten Rändern, aber auch Höhenunterschiede von 20 m auf engstem Raum überwindend, fließt der Strom, manchmal träge plätschernd, manchmal aufbrausend dahin. Das gesamte Stromtal wurde aufgrund seiner Einmaligkeit unter Naturschutz gestellt. Bereits vor 1375 wurde die Wasserkraft des Stromes zum Betreiben von Mühlen genutzt. So entstand vor mehr als 250 Jahren die sich heute im Wiederaufbau befindliche Mühle.

Die 1968 als kirchliche Einrichtung aufgegebene und entwidmete Schlosskirche wurde von der Gemeinde in 9jähriger Bauzeit (1993-2002) wieder vollständig aufgebaut, obwohl das Ausmaß der Zerstörung riesig war.

Heute gehört die Kröchlendorffer Kirche zu den Kleinoden der Uckermark und dient der Gemeinde  als Kultur- und Veranstaltungszentrum. Hier erlebte Konzerte bleiben einem lange in guter Erinnerung. Gern wird dieser Ort aber auch gewählt, um hier den Bund für das Leben zu schließen, was auch konfessionell nicht gebundenen Paaren möglich ist.

Ein weiteres architektonisch wertvolles Gebäude ist das gleich neben der Kirche liegende Schloss, eines der fünf deutschen Zentren von Outward Bound (Deutsche Gesellschaft für europäische Erziehung e.V.). Hier werden nicht nur entsprechende Seminare durchgeführt, sondern das Haus wird auch gern für Firmentagungen, z.B. mit Outdoor-Charakter und vielen verschiedenen Veranstaltungen bis hin zu Familienfeiern genutzt.

Besichtigenswert ist auch die unmittelbar daneben errichtete Fischtreppe. Eine der ältesten Wehrkirchen der Region ist in Gollmitz zu finden. Seit 1996 setzt sich der Freundeskreis Gollmitzer Wehrkirche für die Sanierung des aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gebäudes ein. Als offene Kirche lädt sie Besucher ein, sich von dem zu überzeugen, was in den letzten Jahren bereits erreicht wurde. So wirkt u. a. die neue Fenstergestaltung als Anziehungspunkt über die eigentliche Kirchengemeinde hinaus.

 

Die Orte Kröchlendorff, Horst und Klein Sperrenwalde finden 1251 als Dominus Heynricus de Grechellesdorp, 1375 als Vorwerk und 1608 als Rittersitz Klein Sperrenwalde ihre erstmalige Erwähnung, wobei die Flur Sperrenwalde bereits Ende des 13. Jahrhunderts besiedelt war. Von der einstigen Siedlung Kröchlendorff zeugt heute nur noch ein Teil der Umfassungswände des rechteckigen Schiffes der Ende des 13. Jahrhunderts erbauten Feldsteinkirche. Schon 1328 war Kröchlendorff Pfarrdorf.

Im 16. Jahrhundert wurde auf der Kröchlendorffer Feldmark ein Vorwerk des Hauses Boitzenburg errichtet, an dessen Stelle 1578 das heutige Dorf neu erbaut wurde.

Um 1700 wurden beim damaligen Herrenhaus die ersten Gartenanlagen angelegt und 1844, als Oskar von Arnim mit dem Bau des Schlosses, einem Knoblauchbau, begann, der Park nach Ideen Lennés erweitert und umgestaltet.

Außerdem ist das Schloss Kröchlendorff inzwischen auch bei Busgesellschaften zu einer beliebten Zwischenstation geworden, die auf dem Weg nach Stettin von hier aus die Uckermark erkunden.

Verlässt man Kröchlendorff in südöstlicher Richtung erreicht man auf einer schönen Kastanienallee das typische und ruhige Straßendorf Beenz.

Hier erhielten 1321 die Vasallen Warburg sechs Hufen und Wiechmannsdorf zwei Hufen als Kriegsentschädigung von den Pommernherzögen. Von 1375 bis 1465 war der Ort im Besitz des Henning von Bentz. Nach dem Aussterben derer von Bentz vereignete der Kurfürst der Stadt Prenzlau zu ihrer besseren Befestigung die verfallenen Dörfer Hindenburg (heute Lindenhagen) und Beenz. Bis Ende des 17. Jahrhunderts diente die Gemarkung vorwiegend als Weide bzw. war Jagdgebiet der Herrschaft Boitzenburg. 1699 stellten fünf Siedler aus der Pfalz das Gesuch um Überlassung des verlassenen Dorfes Beenz zur Ansiedlung. Bis 1703 siedelten sich dann auch drei reformierte Pfälzer und sechs meist französische Familien im Dorf an. Ab 1734 wurden die Bauernhöfe des Kämmereidorfes an die Kolonistenfamilien erbverschrieben. Das Dorf entstand als typisches Straßendorf. Die mittelalterliche Feldsteinkirche entstammt dem 13. Jahrhundert. Sie wurde nach ihrem Verfall 1792/93 von sieben Bauern wieder hergestellt und mit einem kurzen massiven Turmaufsatz über der Westwand versehen. Der Kanzelaltar ist auf 1752 datiert. 1982/83 erfolgte eine Restaurierung des sakralen Bauwerkes.

Schloss, Marstall, neogotische Kirche, Backsteingebäude, Gut und Park bilden ein harmonisches Ensemble und geben dem Betrachter Auskunft über das dörfliche Geschehen. Um auch künftig Zeugnis über das ablegen zu können, was die Vergangenheit uns wertvolles hinterlassen hat, wurde die gesamte Ortslage Kröchlendorff als Denkmalbereich unter Schutz gestellt.

Noch besser erreichbar wurde der Ort durch den 1899 erfolgten Bau der Bahnlinie Prenzlau-Templin mit den Bahnstationen Beenz und Groß Sperrenwalde, deren Betrieb jedoch Ende der 90iger Jahre eingestellt wurde.

1961 wurden die Gemeinden Beenz nebst Ferdinandshof und Groß Sperrenwalde zur Gemeinde Beenz vereinigt, die dann 1998 mit der Gemeinde Gollmitz fusionierte und fortan den Gemeindenamen Gollmitz trug. Die historische Entwicklung Groß Sperrenwaldes unterscheidet sich wesentlich von der des Dorfes Beenz. 1269 tauchte der Name Theodoricus de Sperrenwalde urkundlich auf. Seit dem 15. Jahrhundert ist die Feldmark geteilt, den von Arnims wurden 1439 zwei Teile verliehen. Zu diesem Zeitpunkt tauchte der Ort noch als Dorfstätte mit Äckern und Wiesen auf, danach war er über hundert Jahre verlassen und wüst. Seit der Teilung war Groß Sperrenwalde, mit kurzen Unterbrechungen als Kämmereivorwerk der Stadt Prenzlau verwaltet, im Besitz der von Arnims. Um 1910 ließ Gerhardt von Arnim das verfallene Herrenhaus zu einem prächtigen Gebäude umbauen, das 1945 nach Kriegsende als Waisen- und Altersheim genutzt wurde und leider 1947 abbrannte. Heute steht dort ein dreigeschossiges Wohnhaus. Das sich vor dem Gutshaus erstreckende Parkgelände nebst Resten des Teehäuschens steht unter Denkmalschutz. Die hier stehenden ältesten Bäume, Eichen, stammen aller Wahrscheinlichkeit nach aus der landschaftlichen Umgestaltung des einstigen Architekturparks Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

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