Sanierung Berliner Tor in Fürstenwerder zur Wiederherstellung Verkehrssicherheit

Nordwestuckermark, den 07.08.2017

 BERLINER TOR in FÜRSTENWERDER

 

Fürstenwerder, Grenzort zu Mecklenburg-Vorpommern, ist gekennzeichnet durch eine reizvolle Lage und liegt eingebettet zwischen dem Wahrensee und dem Dammsee.

Einst Vorstenwerder genannt (1375 – Vorderes Werder), wurde 1319 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich zu einem nicht unbedeutenden Städtchen. Wegen seiner Grenzlage wurde der Ort befestigt und erhielt eine ca. 1.200 Meter lange Stadtmauer mit zahlreichen Wiekhäusern und drei Stadttoren, von denen noch zwei (Woldegker Tor und Berliner Tor) erhalten sind.

Fürstenwerder ist das einzige Dorf im Land Brandenburg, welches von einer Stadtmauer mit Toren zum Teil umgeben ist.

Das Prenzlauer Tor wurde aufgrund des Chausseebaues von Prenzlau in Richtung Woldegk 1878 abgerissen.

Fürstenwerder ist der erste größere Ort in der nord-westlichen Uckermark, den Besucher aus Richtung Süden (Mecklenburg-Strelitz) kommend, erblicken.

Das Berliner Tor und Stadtmauerteile fallen sofort auf und machen die Lust auf weitere Entdeckungen. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund erfolgte in den Jahren 1996 – 2000 eine Sanierung der Stadtmauer. Das Berliner Tor war von dieser Sanierung nicht betroffen.

Es gehört zu den ältesten Toren seiner Art in Norddeutschland und ist in der Liste der Denkmale in Brandenburg unter Objekt-Dokumentations-Nr. 5000, Stadtbefestigung 09130045, T, 002, registriert.

Das Tor hat eine spitzbogige Durchfahrtsöffnung mit einer Breite von 3,90 m und eine Höhe von 4,60 m.

Da die Tordurchfahrt für große Fahrzeuge zu klein war, wurde die Stadtmauer 1970 durchbrochen und der Straßenverlauf vorbeigeführt. Seit dem führt ein Gehweg durch das Tor.

Folgende Sanierungsarbeiten sollen durchgeführt werden, um die Verkehrssicherheit und den weiteren Bestand des Tores zu gewährleisten:

  • abbröckelnde Klosterformatsteine im Torbogen erneuern und fehlende ersetzen,

  • marode Fassadenflächen aus Klosterformatsteine ausbrechen, neu aufmauern und vernageln,

  • marode Fugen am Feldstein- u. Backsteinmauerwerk auskratzen, reinigen und wieder neu verfugen,

  • Torabdeckung als massive, teilweise gerissene Betonabdeckung und Betondachsteindeckung in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde instandsetzen,

  • statisch bedingte Risse im Mauerwerk mit Kernbohrungen und gesetzten Edelstahlnadeln einbauen und verpressen.

Durch die Realisierung dieses Projektes wird ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Qualität der touristischen Angebote, auch für die im Umfeld und ortsansässigen Beherbergunsbetriebe, geschaffen.

 

Im Rahmen der Sanierung erfolgte eine denkmalgerechte Dokumentation durch einen Sachverständigen.

Bei den Arbeiten wurde in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden Festlegungen getroffen, die die u. a. die Nachproduktion von Ziegeln in dem vorgefundenen Format notwendig machten. Durch die Herstellung (Brennen) der Ziegel verzögerte sich die Umsetzung der Maßnahme.

Zum 28.09.2018 konnte die Maßnahme nunmehr abgeschlossen werden.

 

Im Fotoalbum wird die fortlaufende Sanierung des Tores dokumentiert.

 

 

Foto: Berliner Tor

Fotoserien zu der Meldung


Berliner Tor - Fürstenwerder (04.10.2018)

Die Sanierung des Berliner Tor